Kultur

 

An kulturellen Einrichtungen gibt es in San Francisco einige, das Leben ist geprägt von der multikulturellen Bevölkerung und dem Erbe des "Summer of Love" im Jahr 1967. Viele Häuserschluchten zeugen mit ihren Wandmalereien von dieser Zeit, viele Künstler der damaligen und heutigen Zeit leben in der Stadt, was ihr ein gewisses kulturelles Lebensgefühl einhaucht. Der Kunstausschuss der Stadt hat den Straßenkünstlern ihre Daseinsberechtigung auf der öffentlichen Bühne genehmigt, viele experimentelle und alternative Theater findet man hier, genauso wie traditionelle Häuser und Opern.

 

Musikhäuser

 

San Francisco Opera

Die Oper wurde 1923 gegründet, und hat bis heute viele bedeutende Inszenierungen aufgeführt. Zur Premiere wurde "La Bohème" aufgeführt, neun Jahre später zog das Ensemble in das War Memorial Opera House. 1953 übernahm der Österreicher Kurt Herbert Adler die Leitung der Oper, holte viele europäische Stars nach San Francisco, und führte die Oper zu internationalem Ruhm.

 

Great American Music Hall

Diese Halle wurde Anfang des 20. Jahrhunderts nach dem großen Erdbeben von San Francisco erbaut. Anfangs wurde sie sehr erfolgreich geführt, 1948 dann in einen Jazzclub umgewandelt. Der Erfolg hielt nicht lange, sodass das Gebäude immer weiter verkam und in den 70er Jahren dann nur durch das Engagement der Fans vor dem Abriss gerettet wurde. Heute treten hier wieder große Künstler auf.

 

Museen

 

Alcatraz

Auf der Insel mit dem ehemaligen Hochsicherheitsgefängnis befindet sich heute ein Museum, dass die Geschichte der Insel mit ihrer unterschiedlichen Nutzung bewahrt und erzählt. Ursprünglich stand auf der Insel nur ein Leuchtturm, der aufgrund des oft und stark auftretenden Nebels der großen Anzahl an Schiffen den Weg lotsen sollte. Ein Fort wurde später gebaut, dass den Kriegsgefangenen als Gefängnis dienen sollte. In den 1930er Jahren wurde es dann zu einem Gefängnis ausgebaut, dass durch die die Kälte des Wassers und seiner Strömung als sicher galt. Der berühmteste Insasse war Al Capone, dem damaligen "Herrscher der Chicagoer Unterwelt", der wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche zu elf Jahren Haft verurteilt wurde. Heute ist Alcatraz ein Anziehungspunkt für Touristen. Man kann die Zellen, den Speiseraum, die Bibliothek und den Innenhof besichtigen, außerdem gibt es eine kleine Gefängnisausstellung. Der Audioführer begleitet die Besucher bei ihrem Rundgang mit Originalaufnahmen ehemaliger Gefangener und Gefängniswärter.

Der Eintritt kostet 9$, inklusive Audio-Führer 13$

 

Exploratorium

Das Exploratorium wurde 1969 von Frank Oppenheimer gegründet, dem Bruder von Robert Oppenheimer, der als "Vater der Atombombe" gilt. Das Museum befasst sich hauptsächlich mit der Vermittlung von Naturwissenschaften, ein Großteil der Exponate ist interaktiv angelegt, was bedeutet, dass man sich mit dem Thema befassen muss. Das ist toll für Kinder, da sie so besser die Inhalte verstehen und verarbeiten können. Der Eintritt kostet 14$ für Erwachsene, für Kinder 9$.

 

Wax Museum

Wax Museum Inspiriert von der Weltausstellung in Seattle entschied sich der Gründer Thomas Fong dazu, ein Wax Museum in der aufstrebenden und erwachenden Gegend des Fisherman's Wharf. 1963 wurde es gegründet und befindet sich seitdem im Familienbesitz der Familie Fong. Zur Ausstellung gehören mittlerweile über 200 Figuren auf vier Etagen, es gibt eine Halle des Horrors, eine Etage der Stars, eine Darstellung von Pharao Tutanchamuns Grab und eine Halle der Religionen, die sechs der Weltreligionen darstellt, unter anderem eine Nachbildung von Leonardo da Vincis Bild des letzten Abendmahls.

 

City Pass

San Francisco bietet einen City Pass an, der neun tage lang für sechs Attraktionen und Museen gültig ist. Er kostet für Erwachsene 54$, für Kinder 44$. Der 2008 CityPass beinhaltet den "Muni & Cable Car 7-day Passport", eine Fahrt mit der "Blue & Gold Fleet Bay Cruise", ein Besuch des "Aquarium of the Bay", der "de Young / Legion of Honor", des "San Francisco Museum of Modern Art" und des "Exploratorium" oder "Asian Art Museum".

 

 

Geschichte

 

Entdeckung

Bevor sich die ersten Siedler in der Bucht von San Francisco niederließen, bevölkerten nur Indianer die Gegend. Der Stamm der Muwekma Ohlone existiert heute nicht mehr, er wurde bis ins 19. Jahrhundert hinein ausgerottet. Die eigentliche Entdeckung der Bucht von San Francisco ließ lange auf sich warten, durch den dichten Nebel, der in der Bucht herrschte, wurde sie schier übersehen. 200 Jahre lang beanspruchten Briten, Spanier und andere Europäer Orte der näheren Umgebung für sich, die Bucht wurde nie beachtet, geschweige denn entdeckt. Erst 1775 wurde der schwer zu findende Eingang zur Bucht gefunden. Don Gaspar de Portola, ein spanischer Soldat und der Franziskanermönch Junipero Serra waren 1769 in Kalifornien unterwegs, um zwei Missionsstationen und Forts zu errichten. Ein Navigationsfehler führte sie jedoch in die Bucht von San Francisco. Der Offizier Juan Bautista de Anza erfuhr von der Entdeckung und zog mit Siedlern, Vieh und Baumaterial von Mexiko auf die Halbinsel. In der Nähe wurde eine Mission errichtet, die Pater Junipero Serra in Gedenken an seinen Schutzheiligen "San Francisco de Asis" nannte.

 

Goldgräberzeit

In Folge des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges gelangte die Stadt in amerikanische Hände. Mitte des 19. Jahrhunderts begann der Goldrausch in Kalifornien, die Bevölkerung wuchs innerhalb von nur einem Jahr von 1000 auf 25.000 Menschen an. Die Meerenge, die den Pazifik von der Bucht von San Francisco trennt, verdankt ihren Namen "Golden Gate" dieser Zeit.

 

Joshua Abraham Norton ernannte sich 1859 zum Kaiser von Amerika und Schutzherren von Mexiko. Er war 21 Jahre lang "an der Macht", wurde aber weder vom Kongress noch von der Armee ernst genommen, sondern wurde regelrecht ignoriert. Er wanderte in voller Montur durch San Francisco und ließ Geldscheine mit seinem Konterfei drucken. Er liegt heute in Colma, Kalifornien, auf seinem Grab ein Gedenkstein, der seinen vollständigen Titel trägt. Viele Edikte waren sinnlos und lächerlich, doch wurde er akzeptiert, fast schon stolz verehrt in San Francisco. Die wichtigste Entscheidung, die er traf, war, eine Brücke zwischen Oakland und San Francisco über die Bucht zu bauen. Er erlebte den Bau nicht mehr mit, doch steht diese Brück noch heute unter dem Namen "Oakland Bay Bridge".

 

Neuzeit

1906 kam es zu einem Erdbeben, dass bis heute in seiner Stärke noch nicht wieder erreicht wurde in San Francisco. Die umstürzenden Schornsteine und berstenden Gasleitungen führten zu einem Feuer, dass die Stadt zur Hälfte verwüstete. Der Aufbau vollzog sich überaus schnell, 1915 war die Stadt größer, schöner und imposanter als jemals zuvor. 1930 wurde die Golden Gate Bridge, das bis heute bestehende Wahrzeichen der Stadt, sowie die Oakland Bay Bridge fertig gestellt. Durch diese neuen Zugänge zur Stadt, wuchs die Bevölkerungszahl erneut stark an. Während des zweiten Weltkrieges war die Bucht von San Francisco Ausgangsbasis für die amerikanische Flotte im Pazifik, 1945 fand hier die Nachkriegskonferenz statt, hier wurde die Charta der Vereinten Nationen ins Leben gerufen.

 

In den sechziger Jahren entstand in San Francisco die Flower-Power-Bewegung. 1967 fand hier der so genannte "Summer of Love statt" - Tausende Jugendliche strömten aus allen Teilen der USA nach San Francisco, um an der Hippie-Bewegung teilzunehmen und mit 30.000 Menschen ein Konzert im Golden Gate Park zu hören. 1989 wurde die Stadt abermals von einem Erdbeben heimgesucht. Dank eines Baseballspiels saßen viele Menschen im Stadion oder vor den heimischen Fernsehern, so dass der Berufsverkehr und die Zahl der Opfer, die vor allem in ihm zu suchen waren, gering ausfielen. Heute gilt San Francisco als eine aufgeklärte, liberale und wahrscheinlich weltoffenste Stadt der gesamten USA.

 

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